Fotografin Jana Simon begleitete die FCN-Fußballerinnen

Foto: Jana Simon

Wenn man die dritte Etage des historischen Krakauer Turm erreicht hat, dann erlebt man einen fantastischen Rundumblick aus der Befestigungsanlage der Nürnberger Stadtmauer. Auf der einen Seite die Ausläufer der Wöhrder Wiese und die stilvollen Gebäuden am Prinzregentenufer. Der Blick auf der anderen Seite reicht über die wunderbare Altstadt bis zur überragenden Burg. Jahrhunderte bot die Stadtmauer, aus Sandstein errichtet und von Generationen von Wehranlagenbauern stetig verbessert, Schutz und Sicherheit. Sie war eine entscheidende Säule in der Entwicklung der freien Reichsstadt Nürnberg.

Eine Etage höher - im Dachgeschoss des Krakauer Turms - bietet sich vom 22. Oktober bis zum 22. November 2015 die Möglichkeit, einen weiteren Rundumblick in ein sehr spannendes Betätigungsfeld zu erhalten. Es geht um den berühmten Ball, den Fußball. Fußball und Nürnberg ist eine Mischung mit Leidenschaft, Ruhm, Verzweiflung und Wahnsinn. Kurzum: pure Liebe. Aber Nürnberg wäre nicht Nürnberg, wenn Nürnberg stehen bleiben würde. Der Gedanke der Reformation, die Darstellung der neuen Welt, der Umgang mit modernsten Techniken und Industrie prägt und prägte diese Stadt. Wer hier stehen bleibt, der rüstet sich für ein neues Betätigungsfeld. Der Fußball in Nürnberg hat uns weit gebracht. Nun heißt es der Entwicklung ihren Lauf zu lassen und zu begeistern.

Mit ihrer Fotoausstellung "Ballgeflüster - so schön kann Fußball sein" hat Jana Simon ein Betätigungsfeld in Szene gesetzt, das im Schatten großer Flutlichter um Aufmerksamkeit kämpft. Aufmerksamkeit bedeutet Überleben. Gerade im Nachwuchsbereich ist ein enorm wertvoller Raum entstanden, der einmalig in ganz Bayern ist und den es für den Erwachsenenbereich zu erhalten gilt. Ein Raum, der enorm wichtig für unsere Gesellschaft ist: Fußball 2.0.

Jana Simon hat den Facettenreichtum erfasst, den Mädchen- und Frauenfußball bietet. Es ist kein Ableger von Männerfußball. Es ist eine eigene, sehenswerte Interpretation der Sportartnummer 1. Meistens verkannt, aus Unwissenheit geistig einem System des Fußballimperiums zugeordnet. Aufgefangen in Momenten des Wettkampfes, der Spuren des Spiels und des spielerischen Umgangs mit dem Handwerkszeug Fußball. Ob Schulter an Schulter oder im Look einer Gang, das Team ist geschlossen und locker.

Durch die Begrenzung des Spielfelds und der des Fotos erlangt man über den Dialog eine Erweiterung der Perspektive für den Mädchen- und Frauenfußball und für unsere Gesellschaft. Nutzen wir die Chance in der Hoffnung, nach 90 Minuten mehr Tore als Gegentore erzielt zu haben.

Durch die Ausstellung führt mit Heinz Seidler-Kniffka gerne auch ein Vorstandsmitglied des 1. FC Nürnberg Frauen- und Mädchenfußball e. V. persönlich. Terminabsprache unter der Telefonnummer 0171 4988358.

Ausstellungsdauer:

Ab dem 22.10.2015 um 19:30 Uhr bis zum 22.11.2015, der Eintritt ist frei. Die Galerie ist geöffnet zu den Bürozeiten des Kulturzentrums Krakauer Haus (Mo. und Fr. 10 bis 13 Uhr, Do. 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung).